«connect! gemeinsam weniger einsam»

Programm «connect! – gemeinsam weniger einsam» (laufend)

Programm-Phase I (2024 – 2027): Einsamkeit im Alter

Hintergründe

Einsamkeit bei älteren Menschen bringt nicht nur erhebliche gesundheitliche Beeinträchtigungen für die Betroffenen, sondern auch hohe volkswirtschaftliche Kosten mit sich. Die Schweiz verfügt bisher über keine systematische Strategie und über kein koordiniertes Vorgehen, um dieses gesellschaftliche Problem gezielt anzugehen. Im Auftrag des Vereins «connect!» (siehe unten: «Kontakt») setzt sich das Programm für eine schweizweit koordinierte Initiative zur Prävention und Reduktion von Einsamkeit und zur Förderung von sozialer Zusammengehörigkeit ein.

Unsere Vision

Die Menschen in der Schweiz

  • fühlen sich sozial eingebunden;
  • haben niederschwelligen Zugang zu Angeboten, welche Einsamkeit vorbeugen und reduzieren sowie die soziale Zusammengehörigkeit fördern;
  • erhalten die ihrem Bedarf und ihren Bedürfnissen entsprechende Unterstützung.

Was verstehen wir unter Einsamkeit?

Einsamkeit ist ein unangenehmes und belastendes Gefühl, bei welchem die eigenen sozialen Beziehungen nicht den persönlichen Wünschen entsprechen und als unzureichend empfunden werden. Dieses Gefühl kann sowohl die Qualität der Beziehungen betreffen (z.B. fehlende Vertrauensbeziehungen) als auch die Quantität von sozialen Kontakten (z.B. fehlendes soziales Netz)1 sowie die Zugehörigkeit zu einer grösseren Gemeinschaft oder zur Gesellschaft2. Andauernde Einsamkeit ist mit einem erhöhten Risiko für körperliche und psychische Krankheiten sowie mit erhöhter Mortalität assoziiert3.

Welche Relevanz hat Einsamkeit im Alter?

Einsamkeit verursacht viel subjektives Leid. Die gesundheitlichen Auswirkungen von nicht bedürfnisentsprechenden sozialen Beziehungen werden in der Fachliteratur mit jenen des Tabakkonsums und des Übergewichts verglichen4. In der Schweiz fühlen sich 5-9% der zu Hause lebenden älteren Menschen ziemlich oder sehr häufig einsam5,6. Somit sind 80’000-150’000 Menschen 65+ gesundheitlichen Risiken durch Einsamkeit ausgesetzt. Betroffen sind insbesondere hochaltrige Menschen, Teile der Migrationsbevölkerung sowie vulnerable und sozial benachteiligte Bevölkerungsgruppen7.

Welches sind die Ursachen von Einsamkeit?

Einsamkeit hat viele Ursachen, die in den Persönlichkeitsmerkmalen, in der gesundheitlichen und sozialen Situation der Menschen, aber auch in ihren Lebensverhältnissen wurzeln. Um das Problem umfassend, sowohl auf individueller als auch auf gesellschaftlicher Ebene anzugehen, braucht es deshalb eine breite Palette von gut koordinierten Ansätzen, welche die Menschen niederschwellig erreichen – zur Vorbeugung von Einsamkeit (Primär- und Sekundärprävention) ebenso wie zur Unterstützung von Menschen, die bereits länger unter Einsamkeit leiden (Tertiärprävention).

Wie gehen wir das Problem der Einsamkeit an?

Das Programm «connect!» setzt auf drei Ebenen an: 

Beim Individuum: Zur Unterstützung der betroffenen Menschen informieren und sensibilisieren wir die Bevölkerung zu Einsamkeit, zu Tabu und Stigma und zu unterstützenden An-geboten. Wir informieren und schulen Fachleute der Gesundheitsversorgung und der Sozialen Arbeit, damit Einsamkeit besser erkannt und einsame Menschen besser betreut werden.

In der lokalen Gemeinschaft: In den Gemeinden und Quartieren fördern wir Aktivitäten, welche beziehungsstiftend wirken, die Zusammengehörigkeit fördern und die Gemeinschaft dadurch stärken. Lokale Verwaltungen und Organisationen erhalten Unterstützung, ihre Angebote entsprechend weiterzuentwickeln und besser bekannt zu machen. Der Fokus liegt auf hochaltrigen, vulnerablen und sozial benachteiligten Personen. Freiwillige werden motiviert und befähigt, einsame Menschen zu begleiten und zu unterstützen.

Auf gesellschaftlicher Ebene geht es darum, die Akteure zu verbinden, Synergien zu nutzen, gemeinsame Aktivitäten zu planen und zu koordinieren und damit vorhandene Ressourcen optimal zu nutzen. Ungünstige, die Einsamkeit verstärkende gesellschaftliche Einflussfaktoren und Trends werden analysiert und wo möglich angegangen. Eine Programm-Evaluation und die Berücksichtigung von nationalen und internationalen Erkenntnissen ermöglichen die kontinuierliche Verbesserung des Programms.

An wen richtet sich das Programm «connect!» und wer hat welchen Nutzen?

Profitieren sollen in erster Linie die von Einsamkeit betroffenen Menschen und die gesamte Bevölkerung. Als Kanton, Gemeinde, Institution oder Organisation, der oder die sich für das Wohlergehen dieser Zielgruppen engagiert, profitieren Sie von den Dienstleistungen des Programms:

  • Wir vernetzen die interessierten Akteure und koordinieren gemeinsame Aktivitäten.
  • Wir verfolgen die nationalen und internationalen Entwicklungen und stellen die neusten Erkenntnisse zur Verfügung.
  • Wir sensibilisieren und informieren die Bevölkerung und die Fachleute.
  • Wir stellen Dienstleistungen und Hilfsmittel zur Verfügung und unterstützen beim Fundraising.
  • Wir engagieren uns für umfassende und zukunftsgerichtete kommunale Versorgungsmodelle.
  • Wir setzen uns für bessere soziale und politische Rahmenbedingungen ein.
  • Wir helfen, bestehende Wissens- und Angebotslücken zu schliessen.

Wer sind die Träger und Partner des Programms?

Das Programm wird vom Verein «connect!» und seinen Mitgliedern getragen. Programm-Partner sind Akteure, die sich für «gemeinsam weniger einsam» engagieren. Dazu zählen Kantone und Gemeinden, zivilgesellschaftliche Organisationen, kirchliche Einrichtungen, Fachorganisationen aus der Gesundheitsversorgung und dem Sozialwesen sowie Stiftungen, die mit finanziellen Beiträgen das Programm fördern.

Organisation

Verein «connect!»

Informationen folgen.

Forum «connect!» (Programm-Partner)

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Wissenschaftlicher Beirat

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Finanzierungspartner (Stiftungskonsortium)

Das Programm wird unterstützt von folgenden Stiftungen:

Steuergruppe

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Programmleitung und Programmteam

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Sounding Board primäre Zielgruppen

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Arbeitsgruppen

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Produkte und Outputs

Weitere Informationen

Kontakt

Verein connect!
Sulgeneckstrasse 35
3007 Bern
031 331 16 46

Quellenverzeichnis

1 Perlman, D. & Peplau, L.A. (1981). Toward a Social Psychology of Loneliness. In: Duck S. & Gilmour R. (Eds.), Personal Relationships in Disorder. London: Academic Press, 31-56, p.32
2 Vgl. z.B. Cacioppo, John T. & Cacioppo S (2012). The phenotype of loneliness. The European Journal of Developmental Psychology, 9/4, 446-452
3 Holt-Lunstad J., Smith, T.B., Baker., M. et al. (2015). Loneliness and social isolation as risk factors for mortality: a meta-analytic review. Persp Psychol Sci, 10: 227-237
4 Holt-Lunstad, J. et al. (2010). Social Relationships and Mortality Risk: A Meta-analytic Review. PLoS Med. 2010 Jul 27;7(7):e1000316. https://doi.org/10.1371/journal.pmed.1000316
5 Höpflinger, F. (2024). Einsamkeitsgefühle im Alter – Ursachen und Auswirkungen – Eine Auswertung der Schweiz. Gesundheitsbefragung 2022. Version 6. März 2024 (Bezug bei PHS Public Health Services)
6 Schuler, D. (2023). Prävalenz «Einsamkeit im Alter». Spezialauswertung des OBSAN Berichts 03/2023 gemäss Anfrage des Schweizer Instituts für Sucht- und Gesundheitsforschung (ISGF) (Bezug bei PHS Public Health Services)
7 Höpflinger, F. (2024). Einsamkeitsgefühle im Alter – Ursachen und Auswirkungen – Eine Auswertung der Schweiz. Gesundheitsbefragung 2022. Version 6. März 2024 (Bezug bei PHS Public Health Services)